Uta Julia Schüler
Landreform in Namibia
Die Landumverteilung seit Erlangung der Unabhängigkeit
Berlin 2009, 201Seiten, € 39,80; ISBN 978-3-89998-169-8
Über das Buch:
Namibia befindet sich nach Beendigung der Apartheid und
den ersten demokratischen Wahlen im Jahr 1989 in einer
politischen und sozialen Transformationsphase. Ein Bestandteil
dieser Phase ist es, die Aufhebung der ungleichen Besitzverhältnisse
zwischen einzelnen Bevölkerungsgruppen zu erreichen,
die als Ausdruck und Merkmal der Apartheid gelten. Im
Rahmen dessen wird eine Landreform sowohl als politische
als auch als wirtschaftliche Lösung gesehen. Das
nationale Umsiedlungs-Programm (National-Resettlement-Programme)
wird in Farmgebieten umgesetzt, die durch eine ungleiche
Besitzverteilung zwischen der schwarzen und weißen
Bevölkerung gekennzeichnet sind. Um diesen Dualismus
aufzubrechen, können sich ehemals benachteiligte
Namibier für eine Umsiedlung im Ministerium für
Landfragen bewerben. Das Ministerium kauft zu diesem Zweck
Farmen, die auf dem freien Markt angeboten werden und
siedelt dort ausgewählte Bewerber an. Dieses Programm
setzt sich zum Ziel, eine historische Wiedergutmachung,
eine ausgleichende Landbesitzverteilung und eine Armutsminderung
in ländlichen Regionen zu realisieren.
Das Buch zeigt auf, welche Zwänge und Hindernisse
die Umsetzung der Landumsiedlung prägen. Die Auseinandersetzung
steht vor dem Hintergrund unterschiedlicher Einflüsse
verschiedener beteiligter Akteure und wird im Kontext
vorhandener politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen
in Namibia erklärt. Dabei wird deutlich, dass die
Umsetzung einer Landreform und deren unmittelbaren Merkmale
Ausdruck kolonialbedingter Strukturen sind, denen sich
die namibische Gesellschaft, auch nach 20 Jahren Unabhängigkeit,
nicht entziehen kann.
Als Folge dessen muss die kritische Frage nach dem Stellenwert
einer Landumsiedlung als Bestandteil historischer Wiedergutmachung
in Namibia gestellt werden.
Über die Autorin:
Dr. rer. nat. Uta J. Schüler verbrachte einen Teil
ihrer Kindheit in Liberia, Westafrika und studierte in
München, Berlin und Kapstadt Diplom-Geographie, Politik
und Soziologie mit den Schwerpunkten Entwicklungsländerforschung,
Internationale Politik und Migration sowie Ländliche
Entwicklung, Natürlicher Ressourcenschutz und Landreform.
Nach dem Studium arbeitete sie in Namibia, bevor sie im
Jahr 2006 mit der Promotion zum Thema „Landreform
in Namibia“ begann. Im Jahr 2009 schloss sie diese
am Geographischen Institut der Humboldt-Universität
zu Berlin ab.