Anita Riede
Das Leid-Steine-Trauerspiel
Zum Wortfeld Stein im lyrischen Kontext in Nelly
Sachs´ Fahrt ins Staublose
mit einem Exkurs zu Paul Celans Engführung
Berlin 2001, 333 Seiten, € 29,04; ISBN 978-3-934479-41-8
Über das Buch:
Das vorliegende Buch beleuchtet erstmals die Motive des
Wortfelds Stein im Bedeutungskontext der Werkphilosophie
von Nelly Sachs. Dass also nicht nur die isolierten semantischen
Varianten dieser Motive aufgezeigt werden, sondern ihr Stellenwert
innerhalb von wesentlichen Vorstellungsbereichen, macht
diese Arbeit einzigartig.
Die Frage nach einem Gott und dessen Rechtfertigung wird
durch den Holocaust verschärft aufgeworfen. Nelly Sachs
glaubt an die transzendierende Kraft allen menschlichen
Leidens und schreibt diesem den Wert einer göttlichen
Prüfung zu. Sie misst dabei die Möglichkeiten
mystischer Übersteigung lyrisch aus, deren Ausgangspunkt
die existenzielle Grenzsituation ist, die auch die Liebe,
die Sehnsucht und die Todesnähe mit einbezieht. Nelly
Sachs spricht die lyrische Form einer Sprache des Mystizismus,
ohne jedoch von der jüdischen Mystik, die sie kannte,
systematisch und in entscheidendem Maße beeinflusst
worden zu sein.
Bei Paul Celan hingegen scheitert das göttliche Wort
an der Übermächtigkeit der historischen Ereignisse,
die zu einer Versteinerung der Subjektivität führt.
Über die Autorin:
Dr. Anita Riede, geb. 1961, studierte Germanistik und Hispanistik
an der FU Berlin und an der Universidad Central de Barcelona.
Ihren Magister Artium schloss sie 1987 mit einer Arbeit
über Paul Celan ab, ihre Promotion im Jahr 2000 mit
dem vorliegenden Werk. Neben Übersetzungen aus dem
Spanischen hat sie die zwei Gedichtbände „Ein
Fingerhut voll Licht” (1998) und „Zuflucht zur
Orange” (2000) im Alkyon-Verlag veröffentlicht.