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Sören Phillips

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Sören Philipps
Hildesheimer Gedächtnisorte
Eine Lokalstudie zum kollektiven Gedächtnis von der Kaiserzeit bis heute

Berliner Beiträge zur Zeitgeschichte [ISSN 1610-5818], Bd. 1

Weißensee Verlag Berlin 2002, 232 Seiten, € 24,00; ISBN 978-3-934479-75-3

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Über das Buch:
Die Beschäftigung mit dem „Kollektiven Gedächtnis“ hat in den letzten Jahren eine wenn auch im Vergleich mit anderen Ländern etwas verspätete Konjunktur auf dem Gebiet der historischen Forschung deutscher Sprache erfahren. Kaum ein historischer Jahrestag, an dem nicht auf das kollektive Gedächtnis hingewiesen, kaum eine Denk- oder Mahnmalseinweihung, in dem es erwähnt wird. In der Alltagssprache hat es sich auf diese Weise als feststehender Begriff für eine allgemeine Bezugnahme auf die Vergangenheit etabliert, die im Gedächtnis vieler Menschen, einer Gesellschaft, eines ganzen Landes oder einer Nation konserviert ist. Leicht gerät dabei in Vergessenheit, dass mit dem „kollektiven Gedächtnis“ ursprünglich eine spezifische Form des Umgangs mit Vergangenheit und Geschichte gemeint war, als welche der französische Soziologie Maurice Halbwachs zu Beginn des letzten Jahrhunderts das Forschungskonzept gleichen Namens entwickelt hat. Anstatt Geschichtszahlen zu nennen oder Daten und Fakten lediglich zu beschreiben, legt das „kollektive Gedächtnis“ sein Hauptaugenmerk auf die Wahrnehmung und Deutung von Geschichte durch Personen oder Gruppen in ihrem Alltag. Es konzentriert sich mehr auf die tradierte, erzählte Geschichte als auf die wissenschaftlich nüchterne Darstellung. Damit wird ein neues Forschungsfeld eröffent, das in der bisherigen Forschung bislang unterbelichtet geblieben ist.

Der Autor unternimmt den Versuch, das theoretische Konzept knapp zu umreißen, um in einem zweiten Schritt seine praktische Nutzanwendung an einem konkreten Beispiel zu demonstrieren. Der Schwerpunkt des Buches liegt dabei auf der Untersuchung lokalhistorischer Gegenstände im öffentlichen Raum Hildesheims. Zu diesem Zweck wird die Geschichte und Bedeutung von Straßennamen und Denkmälern von der Kaiserzeit bis zur Gegenwart nachgezeichnet und insbesondere der öffentliche Umgang mit diesen Bedeutungsträgern im öffentlichen Raum Hildesheims thematisiert. Aufgrund dieses zweigliedrigen Aufbaus eignet sich die Studie nicht nur für Geschichtsstudenten, die eine knappe Einführung in die Thematik des „kollektiven Gedächtnisses“ suchen, sondern ebenso für den lokalhistorisch interessierten Leser, der der öffentlichen Symbolik in Hildesheim nachspüren möchte. Darüber hinaus spricht das Buch alle politisch-historisch Interessierten an, die sich innerhalb der hochaktuellen Thematik orientieren möchten.

Zum Autor:
Sören Philipps, geb. 1971 in Hildesheim, studierte Geschichte und Philosophie an der Universität Hannover mit dem Schwerpunkt Neueste Geschichte und Zeitgeschichte. Sein Forschungsinteresse gilt politschen Themen und der Rolle der Massenmedien in der Gesellschaft. Er promovierte im Jahre 2002 über „Die Debatte um die westdeutsche Wiederbewaffnung im Hörfunkprogramm von 1949 bis 1956".