Regine Penitsch
Migration und Identität
Eine Mikro-Studie unter marokkanischen Studenten und Studentinnen
in Berlin
Berliner Beiträge zur Ethnologie, Band 2
Berlin, 2003, ISBN 978-3-934479-93-7, 189 Seiten, Preis:
€ 26,00
Weitere
Bände der Reihe
Zum Inhalt:
Wie wirkt sich eine Migration auf eine Person aus? Verändern
sich Gewohnheiten, Ansichten, Perspektiven? Mit dieser zentralen
Frage beschäftigt sich diese Mikro-Studie.
Dafür wird der Migrationsprozess von acht marokkanischen
Bildungsmigrant/innen von den Motiven, ihr Land Anfang der
1990er Jahre zu verlassen, über die erste Phase ihres
Lebens in Deutschland und die Konsolidierung eines Alltags
in Berlin bis hin zu den Zukunftsentwürfen nachgezeichnet.
Migration umfasst den Wechsel eines soziokulturellen Kontexts
sowie die Überschreitung nationalstaatlicher Grenzen.
Dass marokkanische Staatsbürger/innen für die
Einreise nach Deutschland ein Visum brauchen, weist auf
den machtpolitischen Rahmen hin, der Migrationsflüsse
regelt. Die aufenthaltsrechtlichen Bestimmungen begleiten
ihr Leben in der BRD, allen voran die Bindung des Aufenthalts
an das Studium.
Die marokkanischen Student/innen werden aber nicht nur mit
rechtlichen Regelungen, sondern auch mit dem politischen
und öffentlichen Diskurs über Nicht-Deutsche konfrontiert.
Verschiedene Abgrenzungslinien und Differenzierungen tragen
im Wechselspiel von Fremd- und Selbstzuschreibungen zu verschiedenen
Identifikationen bei z. B. als Student/in, als Marokkaner/in,
als Zuwander/in, als Muslim/a.
Die Autorin beschreibt die Identitätsentwürfe
als Prozesse. Sie variieren je nach Kontext und sind von
Diskursen beeinflusst. Diese Perspektive spiegelt die Varianz
zwischen den verschiedenen Personen. Die Autorin betont
zudem, dass keine Person auf eine Identität, beispielsweise
ihre kulturell-religiöse reduziert werden kann. Damit
votiert sie für die Möglichkeit eines transnationalen
Lebens, das der Lebensrealität dieser marokkanischen
Bildungsmigrant/innen gerecht werden würde.
Über die Autorin:
Regine Penitsch studierte im Magisterstudiengang die Fächer
Ethnologie, Islamwissenschaft und Religionswissenschaft
an der Freien Universität Berlin. Zur Zeit Promotionsprojekt
am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung
in Halle/Saale zur Rolle von Ethnizität im Verlauf
des Konfliktes in Darfur/Sudan.
Das sagen die anderen:
„Die Ethnologin Regine Penitsch … lieferte mit
den Ergebnissen ihrer Arbeit einige wichtige Anstöße
für die Diskussion.“
Martina Sabra auf www.Quantara.de