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Annette Peller

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Annette Peller
Chiffrierte Körper - Disziplinierte Körper
Female Genital Cutting
Rituelle Verwundung als Statussymbol


Berlin 2002, 300 Seiten, € 44,00; ISBN 978-3-934479-60-9

Über das Buch:
Beschneidung, Verstümmelung oder Exzision sind nur einige von vielen Bezeichnungen für einen operativen Eingriff, dessen Durchführung uns in der westlichen Welt so absurd erscheint. Warum unterziehen sich jedoch Mädchen und Frauen in mehr als 30 Ländern des afrikanischen Kontinents diesem schmerzhaften Ritual mit einer anscheinenden Freiwilligkeit oder zumindest unter der Duldung der Mütter und der Gemeinschaft? Auf Grundlage von Feldforschungen in Äthiopien werden Hintergründe und Perspektiven des Übergangsrituals der Exzision erläutert. Es ist schmerzhaft, von dieser Operation zu erfahren. Dies ist jedoch nichts im Vergleich zu dem Schmerz, welchen die Mädchen erdulden müssen. Ihnen werden Teile der Vulva herausgeschnitten.
Dabei sind die hier erlittenen Schmerzen und Narben nicht willkürlich, sondern stellen eine verdeckte körperliche Kennzeichnung dar, ohne welche der Körper, aber vor allen Dingen das Verhalten der Initiandinnen von ihrem sozialen Umfeld als abnorm bewertet werden würden. Jedoch zeigt die Forschung, dass derartige Markierungen austauschbar sind! Das bedeutet, dass die Zukunft dieses qualvollen Eingriffs, welcher inzwischen mit den Migrantinnen auch in der Bundesrepublik Einzug gehalten hat, nicht in dessen Verbot, sondern im Auffinden und Einführen eines funktionalen Ersatzes liegt.

Über die Autorin:
Dr. Annette Peller, geb. 1967; Berufsausbildung zum Instandhaltungsmechaniker bei der Wasserwirtschaft; Studium der Ethnologie und Anthropologie an der Freien Universität und Humboldt-Universität Berlin; seit 1993 Feldforschungen in Äthiopien; im Jahr 2000 Promotion am Institut für Ethnologie der FU Berlin. Zurzeit freiberufliche Wissenschaftlerin u. a. Lehrbeauftragte an der HU und FU Berlin.