Elisabeth Ott
Nkanyit und Gewalt
Häusliche Gewalt gegen Frauen in Samburu zwischen Tradition
und Willkür
Berliner Beiträge zur Ethnologie [ISSN 1610-6768],
Bd. 4
Berlin 2004, 260 Seiten, € 32,00; ISBN 978-3-89998-022-6
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Bände der Reihe
Über das Buch:
Häusliche Gewalt gegen Frauen ist ein weltweites Phänomen.
In der hirtennomadischen Gesellschaft der Samburu im Norden
Kenias ist sie sogar institutionalisiert. Wo liegt das begründet?
Und wie gehen Frauen in Samburu damit um? Welche Strategien
entwickeln sie im engen Geflecht gesellschaftlicher Werte-
und Moralvorstellungen, um sich in dieser Welt zu arrangieren?
Die Ethnologin Elisabeth Ott gibt in diesem Buch Frauen
aus der Gesellschaft der Samburu Raum, ihre eigene Sicht
der Welt zu artikulieren. Die Aussagen lassen viel Fremdes
verständlicher werden und sie zeigen uns manchmal einen
sehr prägnanten Spiegel, häusliche Gewalt nicht
als gesellschaftliches Tabu zu betrachten.
Pressestimmen:
Kinofenster,
Ausgabe 7/8 2005:
"Mit dem rituellen Schlachten des Hochzeitsbullens
im Verlauf einer Heiratszeremonie erwirbt ein Mann neben
dem Recht auf sexuellen Kontakt zu seiner Frau auch das
Recht, sie schlagend und prügelnd zu bestrafen, wenn
sie seiner Meinung nach ihren Pflichten nicht sorgfältig
genug nachgekommen ist. ...
Der Umgang mit Gewalt in der Ehe bei den Samburu kann für
uns nicht beispielhaft sein. Doch dass die Würde einer
Frau nach der Vorstellung der Samburu weiterhin gewahrt
bleibt und dort nicht gefährdet ist, selbst wenn sie
häusliche Gewalt erleidet, dass das für sie nicht
mit Scham und Schande verbunden ist und die Frauen sich
im Zusammenhang mit erlebter Gewalt meist auch sehr solidarisch
verhalten, könnte uns als Vorbild dienen."
Anthropos, Ausgabe 100.2005:
"Die Studie zeichnet sich durch ihre breite empirische
Basis aus, die von einer intensiven Auseinandersetzung mit
der Lebenswelt der Samburu-Frauen zeugt. Ausführliche
und sinnvoll aufeinander abgestimmte Interviewpassagen lassen
einzelne Frauen zu Wort kommen, zeigen ihr Meinungspektrum
zu Geschlechterfragen und illustrieren das Anliegen der
Autorin, die emische Sicht auf häusliche Gewalt zu
kommentieren."