Ulrike Selma Ofner
Akademikerinnen türkischer Herkunft
Narrative Interviews mit Töchtern aus zugewanderten
Familien
Berliner Beträge zur Ethnologie Bd. 3
Berlin 2003, 365 Seiten; € 34,00; ISBN 978-3-89998-006-6
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Über das Buch:
Am Erscheinungsbild von Frauen türkischer Herkunft
wird gemeinhin die Integrationsfähigkeit‘ der
größten
Migrant/-innengruppe Deutschlands gemessen. Werden beispielsweise
im Fernsehen Ausländer als Randgruppen oder Parallelgesellschaften
problematisiert, kommt prompt eine Passant/-innengruppe
mit mehreren oder zumindestens einer kopftuchtragenden Frau
mittleren Alters und gedrungener Gestalt ins Bild. In weiten
Teilen der Mehrheitsgesellschaft erweckt dies Assoziationen
von Rückständigkeit und selbstgewählter Abgrenzung.
Die vorliegende Studie geht der Frage nach, wie es Frauen der sogenannten zweiten Generation (Gastarbeitertöchtern‘) ergeht, wenn sie allen Klischees zuwiderlaufend die Bildungsleiter bis zur Universität emporsteigen. Gab es in ihrem familiären und/oder engeren sozialen Umfeld Konstellationen, die den Bildungsaufstieg begünstigten? Welche Chancen werden ihnen als Akademikerinnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt eingeräumt? Wie befriedigend ist es für sie, beruflich Nischen in bikulturellen‘ Bereichen zu nutzen? Welchen Einfluß haben tatsächliche oder befürchtete Diskriminierungen bei der Wahl der Studienrichtungen und Betätigungsfelder?
In den biographischen Erzählungen kommt lebendig zum Ausdruck, wie die befragten Frauen ihre Handlungsspielräume wahrnehmen, nutzen und auszudehnen versuchen.
Von den 23 biographisch-narrativen Interviews werden 5 ausführlich dargestellt. Diese Fallbeispiele skizzieren dabei keine Typen, die alle Einzelfälle repräsentieren sollen, sondern rekonstruieren Prozesse: Wie kam es zu den unterschiedlichen Verortungen im Aufnahmeland?