Gudrun Jotzo-Herbold
Handlungsspielräume heiminterner und heimexterner Menschen
80+
Ein Vergleich
Berner Beiträge zur Gerontologie, Bd. III
Berlin 2008, 209 Seiten; € 24,95; ISBN 978-3-89998-134-6
Zur
Buchreihe
Über das Buch:
„..In Anlehnung an soziologische und psychologische
Definitionen wurden all jene Bereiche als Handlungsspielräume
verstanden, innerhalb derer Individuen eigenständige
Entscheidungen treffen und Einfluss auf ihr Handeln nehmen
können. Bestimmend für den Umfang der Handlungsspielräume
sind in diesem Zusammenhang die Wechselwirkungen zwischen
Lebensumständen, Normen, Werten, individuellen Fähigkeiten
und Wahrnehmungen der Protagonistinnen ...“ (Frindte,
J.: Review of, Handlungsspielräume von Frauen um 1800;
in: H-Soz-u-Kult, H-Net Reviews. November, 2003)
Welche Handlungsspielräume – im Bereich Körper,
Geist/Psyche, Soziokulturelles und Materielle Umwelt –
wünschen sich über 80-jährige Menschen im
Pflegeheim oder zuhause? Dieses Alterssegment wurde gewählt,
da der Eintritt in ein Pflegeheim in Deutschland im Durchschnitt
bei 83,7 Jahren liegt. Mit 60 Personen (30 heimintern, 30
heimextern) zwischen Sylt und Basel wurden Interviews geführt,
die zu sehr aufschlussreichen, aber auch überraschenden
Ergebnissen führten. Beispielsweise wurde die Frage,
ob Tod und Sterben im Heim thematisiert werde, von 16 Personen
verneint. Nur vier der Befragten gaben an, das Thema sei
schon einmal mit ihnen angesprochen worden; zehn gaben keine
oder keine konkrete Antwort. Bei den Heimexternen gaben
zwölf Personen an, sich (noch) nicht mit dem Thema
Tod und Sterben auseinandergesetzt zu haben, 14 Personen
machten sehr konkrete Angaben und vier keine Angaben.
Diese Publikation ist für LeserInnen gedacht, die
sehen wollen, wie sich die Handlungsspielräume im Gegensatz
zum Leben in den eigenen vier Wänden verändern,
wenn jemand in einem Heim lebt. Aufgezeigt wird, wo Handlungsspielräume
eingeschränkt werden und wie oder ob dies überhaupt
von den jeweils befragten Menschen empfunden wird.
Über die Autorin:
Gudrun Jotzo-Herbold, Lehrerin für Pflege an der Bethesda
Schule Basel, Master of Advanced Studies Berner Fachhochschule
in Gerontologie