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Benedikt Hartl

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Benedikt Hartl
Das nationalsozialistische Willensstrafrecht

Berliner Beiträge zur Rechtswissenschaft [ISSN 1610-5737], Bd. 4
Berlin 2000, 400 Seiten, € 27,61; ISBN 978-3-934479-27-2

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Über das Buch:
Die Lehre vom nationalsozialistischen Willensstrafrecht stellte eine betont subjektivistische Strafrechtstheorie dar, die
in der Zeit des Nationalsozialismus als Reformprogramm für das materielle Strafrecht und dabei insbesondere für den Allgemeinen Teil des RStGB (Reichsstrafgesetzbuch) von 1871 ausersehen war. Nachhaltig propagiert von Roland Freisler, dem späteren Präsident des Volksgerichtshofs, und von der amtlichen Strafrechtskommission des Reichs-justizministeriums, verlagerte das Willensstrafrecht den Schwerpunkt strafrechtlicher Betrachtung auf die Schuld des Täters. Anders als im bisher geltenden RStGB sollten Strafbarkeit und Strafzumessung nicht mehr vom Eintritt des schädigenden Taterfolges, sondern von der Intensität der in der Straftat zum Ausdruck gekommenen, „verbreche-rischen“ Willensschuld des Täters abhängen.

Der Verfasser analysiert die Entstehung und die Reformforderungen des Willensstrafrechts sowie die Frage, ob Grundideen der Lehre im Strafrecht nach 1945 fortgewirkt haben.

Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass das nationalsozialistische Willensstrafrecht den Höhepunkt einer Strafrechtssubjektivierung darstellte, die lange vor der NS-Epoche eingesetzt hatte und nach deren Ende nicht aufgegeben wurde. Sie richtet sich vorrangig an die Strafrechtswissenschaft, um ein Bewusstsein für die geradezu organische Eingliederung des nationalsozialistischen Willensstrafrechts in die allgemeine, von zunehmender Subjektivierung getragene Strafrechtsgeschichte zu schaffen.

Über den Autor:
Dr. Benedikt Hartl, geb. 1970 in München; 1991: Studium der Rechtswissenschaft an der Universität Regensburg; 1996: Erstes Juristisches Staatsexamen, gleichzeitig Beginn mit der vorliegenden Promotion; 1997: Referendar des Landes Berlin; 1999: Zweites Juristisches Staatsexamen, folgend der Abschluss der Promotion; mittlerweile tätig als Rechtsanwalt in Berlin.