Lidia Guzy
Baba-s und Alekh-s – Askese
und Ekstase einer Religion im Werden
Vergleichende Untersuchung der asketischen Tradition Mahima
Dharma in zwei Distrikten Orissas
(Dhenkanal und Koraput)/östliches Indien
Berliner Beiträge zur Ethnologie Bd. 1
Berlin 2002, 350 Seiten, € 39,80; ISBN 978-3-934479-80-7
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Bände der Reihe
Über das Buch:
In ihrem Buch beschreibt die Ethnologin und Religionswissenschaftlerin
Lidia Guzy die Struktur und Ausbreitung einer neuen asketischen
Lehre in Indien. Das Buch zeigt exemplarisch Prozesse der
Institutionalisierung von Religion und die Kreativität
lokaler Kulturen, die Tradition und sozialen Wandel verbinden.
Dank Reisen mit zwei Asketen konnte die Autorin den Alltag
von Asketen und die Struktur eines asketischen Ordens ergründen.
Durch das Leben bei Neukonvertiten in den Stammesgebieten
konnte sie das ekstatische Profil der Lehre studieren, das
vor allem durch Gesangsekstasen ritueller Spezialistinnen
geprägt ist.
In der Askese der Mönche lebt das populäre hinduistische
Askese-Ideal weiter. Mit der Ekstase ritueller Spezialistinnen
bleiben lokale Praktiken des südasiatischen Schamanismus
bestehen. Das gesellschaftlich Neue zeigt sich stets in
der neuen Ethik der abstinenten Lebensführung.
Das Buch zeigt auf eine vielfältige Weise Prozesse
des sozialen Wandels und Werte der kulturellen Kontinuität
im Indien der Gegenwart. Es ist sowohl für interessierte
Laien als auch für Indien-Spezialisten gedacht. Die
Autorin führt den Leser in einen fremdkulturellen Kosmos
ein, ohne auf die historische und theoretische Einbettung
der beschriebenen religiösen und kulturellen Phänomene
zu verzichten
Über die Autorin:
Dr. Lidia Guzy, Studium der Ethnologie, Religionswissenschaft
sowie Ur- und Frühgeschichte an der FU Berlin und EHESS
Paris; 1999 - 2002: deutsch-französische Promotion
innerhalb des DFG-Orissa-Schwerpunktprogramms; Feldforschungen
in Gujarat und Orissa (Indien); sie war als Wissenschaftliche
Mitarbeiterin am Institut für Ethnologie, FU Berlin
tätig. Zurzeit arbeitet Lidia Guzy als Projektleiterin
am Institut für Religionswissenschaft der FU Berlin.
Das sagen die anderen:
„Man merkt dieser Arbeit an, dass die Autorin mit
großer Begeisterung auch die Entbehrungen des Lebens
in der indischen Provinz auf sich genommen hat und davon
in einem wissenschaftlich anspruchsvollen, aber nie abgehobenen
Stil berichtet. Die Arbeit ist jedem zu empfehlen, der sich
an einem speziellen Punkt einen Überblick über
religiöses Denken und seine Entwicklung im heutigen
Indien erwerben möchte.“
Die Tagespost vom 24. Mai 2003, S. 23
(Forum)